Daswanth

1584 · Mogulreich · Mogulmalerei, islamische Kunst


Die Geschichte

Am Hof Akbars, des Mogulkaisers in Nordindien, war ein Bild oft die Arbeit zweier Männer. Einer entwarf die Komposition, ein anderer trug die Farben auf, und ein Hofschreiber notierte beide Namen am Rand. Daswanths Name taucht dabei immer wieder als der des Entwerfers auf.

Er kam vom untersten Rand dieser Welt. Sein Vater war Sänftenträger, einer der Männer, die die Vornehmen in ihren Sänften trugen, und der Junge fiel durch Figuren auf, die er an Wände zeichnete. Akbar gab ihn in die Lehre bei Abd al-Samad, einem persischen Meister, der mit dem Vater des Kaisers nach Indien gekommen war. Abu'l-Fazl, Akbars Hofchronist, stellte Daswanth später an die Spitze aller Maler seiner Zeit.

Er arbeitete am Hamzanama, dem riesigen, auf Stoff gemalten Bilderroman über den Helden Amir Hamza, den Akbar anfertigen ließ, und drei Blätter des Tutinama, einer Sammlung von Geschichten, die ein Papagei erzählt, werden ihm zugeschrieben. Sie befinden sich heute in Cleveland. Sein größter erhaltener Anteil steckt im Razmnama, der persischen Fassung des indischen Epos Mahabharata, begonnen 1582. Dort entwarf er rund 30 Szenen, die andere Maler dann kolorierten.

Abu'l-Fazl hielt auch das Ende fest. Daswanths Geist verwirrte sich, und 1584 verletzte er sich mit einem Dolch und starb daran. Ein Geburtsjahr nennen die Chroniken nicht.

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Werke

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