
Federico Barocci
1535–1612 · Herzogtum Urbino · Renaissance
Die Geschichte
Federico Barocci verbrachte fast seine ganze Laufbahn in Urbino, dem kleinen Hügelhof, an dem eine Generation zuvor Raffael geboren worden war, fern der Kunstmetropolen. Früh hatte er in Rom gearbeitet, kehrte aber heim in der Überzeugung, dass neidische Rivalen dort versucht hätten, ihn bei einem Picknick zu vergiften, und ein bleibendes Magenleiden hielt ihn davon ab, je lange fortzubleiben.
In dieser Abgeschiedenheit gelangte er zu einem zarten, leuchtenden Stil, seiner Zeit voraus. Seine Altarbilder glühen in changierenden Rosa-, Lila- und Blautönen, und seine Figuren wenden sich und lächeln mit einer weichgezeichneten Süße, die auf den Barock vorausweist. Er gehörte zu den Ersten, die ihre Kompositionen in farbigen Kreidestudien ausarbeiteten und die endgültige Farbe aufbauten, ehe sie die Tafel berührten.
Sammler in ganz Italien wetteiferten um seine langsame Produktion, und Peter Paul Rubens studierte ihn als junger Mann auf der Durchreise durch Italien genau. Er malte trotz des nie überwundenen Leidens bis in seine Siebziger.





