Franz Xaver Karl Palko
1724–1767 · Heiliges Römisches Reich · Barock, Rokoko
Die Geschichte
1753 beauftragten die Jesuiten der Prager Kleinseite einen 29-jährigen Maler aus Breslau, die Kuppel ihrer neuen Kirche St. Nikolaus auszumalen. Die Prager Malerzunft erhob Einspruch, denn Franz Xaver Palko gehörte ihr nicht an. Der Magistrat ließ ihn weiterarbeiten und befand, sein Titel als Hofmaler des sächsischen Kurfürsten wiege die Zunftmitgliedschaft auf. Die Kuppel zeigt den geöffneten Himmel, in dem ein großer Chor von Heiligen Christus und Gottvater verherrlicht.
Palko lernte zuerst bei seinem Vater Anton, dann an der Wiener Akademie und in den 1740er-Jahren in Venedig, wo die warme, lockere Malweise des Bolognesers Giuseppe Maria Crespi deutliche Spuren bei ihm hinterließ. Vor Prag arbeitete er für kirchliche und adelige Auftraggeber in Pressburg, Kremsier und Brünn, und um 1747 malte er Kaiserin Maria Theresia mit ihrem Gemahl und dem kleinen Sohn Joseph. Auch sein Bruder Franz Anton war Maler.
Das Belvedere besitzt von ihm ein kleines Bild auf Kupfer, Christus segnet die Kinder. Sein Lebensende ist ungewiss. Die meisten Quellen nennen Prag 1767 als Sterbeort und -jahr, andere München um 1770, nach einem Versuch, die Gunst des bayerischen Hofes zu gewinnen.
