
Friedrich Gauermann
1807–1862 · Kaisertum Österreich · Verismus, Romantik, Landschaftsmalerei
Die Geschichte
Wer im Wien der 1830er-Jahre ein Bild der Alpen mit einem Hirsch darin wollte, ging zu Friedrich Gauermann. Staatskanzler Metternich kaufte bei ihm, ebenso die Fürstenhäuser Schwarzenberg und Liechtenstein, zwei der reichsten Familien am Hof. Gauermann wuchs in Miesenbach auf, einem Dorf im niederösterreichischen Hügelland, und lernte das Malen bei seinem Vater, einem Landschaftsmaler und Kupferstecher.
Seine frühen Bilder waren reine Landschaften, etwa die Seen des Salzkammerguts östlich von Salzburg. Nach einem Erfolg auf der Wiener Ausstellung von 1830 begann er, Wälder und Almen mit Tieren zu bevölkern, und seine Jagdszenen und Tierkämpfe machten ihn berühmt. „Ein Geier auf verendetem Hirsch“, 1832 gemalt und heute im Belvedere, ist fast anderthalb Meter hoch. Einzelne Tiere, Bäume und Bäche studierte er nach der Natur und ordnete sie dann im Atelier dramatisch neu. Billige Lithografien trugen seine Kompositionen weit über den Kreis derer hinaus, die sich ein Ölbild leisten konnten, und Käufer kamen aus England, Russland und Italien.
Die Revolution von 1848 kostete ihn einen großen Teil seiner Kundschaft. Seine letzten Jahre waren von Krankheit und vom Tod seiner Tochter Rosina überschattet. Als er 1862 mit 54 Jahren in Wien starb, hinterließ er 1185 Ölgemälde und 174 Zeichnungen. Begraben wurde er in Scheuchenstein, dem Ortsteil von Miesenbach, in dem er geboren war.
