
Giuseppe Arcimboldo
1527–1593 · Herzogtum Mailand · Manierismus
Die Geschichte
1562 gab Giuseppe Arcimboldo eine Laufbahn auf, in der er Glasfenster und Fresken für den Dom von Mailand entwarf, und reiste nach Norden nach Wien, um Hofporträtist des Heiligen Römischen Kaisers Ferdinand I. zu werden. Er blieb rund 25 Jahre in kaiserlichen Diensten, zuerst in Wien, später in Prag, heute die Hauptstadt Tschechiens, unter Ferdinands Sohn Maximilian II. und dann dessen Enkel Rudolf II.
Die Aufgabe bestand nicht nur im Malen von Bildnissen. Arcimboldo entwarf Festzüge, Turniere und Hoffeste und baute mechanische Vorrichtungen zur Belustigung der Kaiser, Arbeiten neben den Gemälden, für die man ihn heute kennt, Porträts, die ganz aus Gegenständen bestehen, ein Gesicht, zusammengesetzt aus Früchten, Gemüse, Fischen oder Büchern, so angeordnet, dass die Komposition aus der Ferne als Mensch erscheint. Seine Folge Die vier Jahreszeiten, um 1563 für Maximilian II. entstanden, verwandelte das Jahr in vier solcher zusammengesetzten Gesichter.
Das berühmteste davon, Vertumnus, um 1591 gemalt, zeigte Rudolf II. selbst als römischen Gott der Jahreszeiten, aus Trauben, Birnen, Maiskolben und anderen Erntefrüchten aufgebaut, ein Bildnis des Kaisers als Quelle des Überflusses seines Reiches. Arcimboldo kehrte 1587 in seine Heimat Mailand zurück und starb dort sechs Jahre später.





