Helene von Taussig
1879–1942 · Österreich-Ungarn, Österreich · Expressionismus
Die Geschichte
Rund 20 Gemälde sind fast alles, was von Helene von Taussigs Werk geblieben ist, und sie haben nur durch Zufall überdauert. Nachdem sie 1940 aus ihrem Haus in Anif bei Salzburg vertrieben worden war, verschwanden ihre Bilder, tauchten im Keller des Salzburger Künstlerhauses auf und lagerten jahrzehntelang im Atelier des Malers Wilhelm Kaufmann. Erst Ende der 1980er-Jahre, bei den Vorbereitungen für eine Ausstellung von Künstlerinnen im Jahr 1991, wurden sie als ihre Arbeiten erkannt.
Sie kam 1879 in einer jüdischen Wiener Bankiersfamilie zur Welt, als eines von 12 Kindern. Mit ihrer Freundin, der Malerin Emma Schlangenhausen, lernte sie 1910 beim Schweizer Maler Cuno Amiet und verbrachte danach mehrere Jahre in Paris. Nach dem Ersten Weltkrieg, in dem sie als Rotkreuzschwester diente, ließ sie sich in Anif nieder und malte vor allem Frauenporträts in kraftvoll expressionistischer Manier. 1923 trat sie zum Katholizismus über.
1940 fand sie Zuflucht in einem Wiener Kloster. Am 9. April 1942 wurde sie nach Izbica deportiert, in ein Durchgangsghetto im besetzten Polen, und noch im selben Monat für tot erklärt. Das Belvedere besitzt ihre Figurale Ausdrucksstudie von 1925.
