Henri Matisse

Henri Matisse

1869–1954 · Frankreich · Fauvismus


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Die Geschichte

Im Januar 1941 wurde Matisse in Lyon wegen eines Darmkrebses operiert, und der Eingriff hätte ihn beinahe das Leben gekostet. Er war 71. Die Nonnen, die ihn durch die Komplikationen pflegten, nannten ihn bald den Auferstandenen, und er selbst schien es fast zu glauben. Für den Rest seines Lebens sprach er von den folgenden Jahren als einem zweiten Leben, mit dem er nicht mehr gerechnet hatte.

Aus diesem zweiten Leben stammt das meiste von dem, was man an Matisse liebt. Ans Bett und später an den Rollstuhl gefesselt, konnte er nicht mehr stundenlang an der Staffelei stehen. Also griff er auf etwas zurück, mit dem er zuvor nur gespielt hatte. Assistenten bemalten für ihn Papierbögen mit flächiger, satter Gouache, und er schnitt mit einer großen Schere Formen direkt daraus: einen Taucher, ein Blatt, einen Vogel, eine auf ein paar blaue Schwünge reduzierte Aktfigur. Er nannte es Zeichnen mit der Schere, heftete die Teile an die Wände seines Zimmers und ordnete sie um wie einen Garten, durch den er gehen konnte, ohne aufzustehen.

Der Verleger Tériade sah die ersten dieser Arbeiten und drängte ihn zu einem Buch, aus dem 1947 Jazz wurde, mit seinen Akrobaten und Zirkusformen, gedruckt nach den Papierschnitten. Danach entstand das größte der Spätwerke, die Rosenkranzkapelle von Vence, die er zwischen 1948 und 1951 bis hinunter zu den Glasfenstern, den gefliesten Wänden, dem Kruzifix und den Priestergewändern entwarf. Er war schon über achtzig, als sie fertiggestellt wurde, und arbeitete vom Bett aus mit einem Stück Kohle, das an einer langen Bambusstange befestigt war, um die Wand zu erreichen, und zeichnete die Gesichter der Heiligen in einer einzigen ungebrochenen Linie.

Das ganze Museum in der Tasche. MuseScope ist fast da.

Werke

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