
Jacques-Louis David
1748–1825 · Frankreich · Klassizismus
Die Geschichte
David war der große Maler der Französischen Revolution – und zugleich ein aktiver Teil von ihr. In den Nationalkonvent gewählt, die Versammlung der neuen Republik, saß er bei den radikalen Montagnards, gehörte einem Ausschuss an, der Menschen zur Guillotine schickte, und stimmte für die Hinrichtung König Ludwigs XVI.
Im Juli 1793 wurde der Journalist Jean-Paul Marat, ein Freund und politischer Weggefährte, in seiner Badewanne von Charlotte Corday erstochen, einer jungen Frau aus dem gegnerischen Lager. David malte ihn noch innerhalb weniger Monate: tot, über die Wanne gesunken, in einem schmucklosen, dunklen Raum, fast nur die Mordwaffe und ein blutbeflecktes Blatt Papier im Bild. Er räumte Säulen und Allegorien beiseite, wie sie die Historienmalerei sonst trug, und gab der Revolution einen Märtyrer, posiert wie ein toter Christus.
Als die Terrorherrschaft zusammenbrach, wurde David inhaftiert, stieg dann aber wieder auf – als offizieller Maler Napoleons, der die Krönung des Kaisers auf einer riesigen Leinwand inszenierte. Nach Napoleons endgültiger Niederlage 1815 ging David ins Exil nach Brüssel und kehrte nie nach Frankreich zurück; dort starb er 1825.
