
Johann Georg Platzer
1704–1761 · Heiliges Römisches Reich · Rokoko
Die Geschichte
Johann Georg Platzer malte seine wimmelnden kleinen Welten auf Kupferplatten statt auf Leinwand, weil das glatte Metall ihn emailhell auftragen ließ und ein so feines Detail erlaubte, dass man beinahe näher treten muss. Eine einzige Tafel von der Größe eines Buchdeckels konnte Dutzende Figuren bei einem Fest, einem Tanz oder einem mythologischen Gelage fassen, jede mit ihrer eigenen schimmernden Seide, ihrem Weinglas und ihrer Gebärde.
Geboren wurde er 1704 in Eppan, im heutigen Südtirol, in eine Malerfamilie, und das Handwerk lernte er von einem Stiefvater und einem Onkel, ehe er sich in Wien niederließ. Dort fanden seine Konversationsstücke, festliche Szenen der wohlhabenden Muße, ein vermögendes Publikum, das genau diese Art virtuoser Vollendung schätzte. Seine geschäftigsten und besten Jahre lagen in den späten 1730er Jahren.
Dem kleinen Format blieb Platzer sein ganzes Leben treu und schuf Kabinettbilder, die man besitzen und aus der Nähe betrachten und nicht quer durch einen Saal hängen sollte. Er starb 1761 wieder in Eppan.

