Maria Giovanna Clementi

Maria Giovanna Clementi

1690–1761 · Herzogtum Savoyen, Königreich Sardinien · Barock, Rokoko


Die Geschichte

1723 brauchte der Turiner Hof ein Bildnis des Königs, das als Geschenk an den französischen Marschall Villars nach Paris gehen sollte. Filippo Juvarra, der Hofarchitekt, nannte den Maler, den er dafür für am besten geeignet hielt, und dieser Maler war eine Frau. Giovanna Battista Maria Buzano, 1690 als Tochter eines Turiner Chirurgen geboren, hätte niemals in die Malerzunft der Stadt eintreten können, die nur Männer aufnahm. Sie lernte stattdessen bei dem Hofporträtisten Giovanni Battista Curlando, heiratete 1711 Giuseppe Bartolomeo Clementi und signierte ihre Bilder mit seinem Nachnamen. In Turin nannte man sie la Clementina.

Über 30 Jahre lang malte sie das Haus Savoyen, und ihre Bildnisse der Königsfamilie gingen als Geschenke an andere italienische Höfe, nach Paris, nach Lothringen und nach Köln. Als Karl Emanuel III. 1731 den Thron bestieg, machte er sie zu seiner offiziellen Porträtistin. Der deutsche Reisende Johann Georg Keysler schrieb, Clementina in Turin sei die beste Porträtmalerin. Juvarra war Pate einer ihrer Töchter, und sie zog neun Kinder groß, nach dem Tod ihres Mannes 1744 allein.

Die letzte Zahlung in den königlichen Rechnungsbüchern, aus dem Jahr 1755, galt neun Bildnissen aus den drei Jahren davor. Inzwischen waren die Brüder Giuseppe und Domenico Duprà die Porträtmaler des Hofes geworden. Sie starb 1761 in Turin.

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Werke

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