Meister des Amsterdamer Marientodes
Nördliche Niederlande, Habsburgische Niederlande · Altniederländische Malerei
Die Geschichte
Einen eigenen Namen hat dieser Maler nicht. 1932 benannte ihn der deutsche Kunsthistoriker Max J. Friedländer, einer der führenden Kenner der altniederländischen Malerei, nach einem Marientod, der damals dem Hofje der Sieben Kurfürsten gehörte, einem Armenstift in Amsterdam. Die Tafel, die das Rijksmuseum 1944 erwarb, zeigt die sterbende Maria inmitten der zwölf Apostel in einem gedrängten Raum. Ausdrucksstarke Köpfe und eine warme, farbenreiche Palette kennzeichnen diese Hand.
Friedländer sah in ihm einen Amsterdamer Maler um 1500, einen Vorläufer von Jacob Cornelisz van Oostsanen, dem führenden Maler der Stadt eine Generation später. Der niederländische Kunsthistoriker Hoogewerff schlug stattdessen Utrecht vor, andere dachten an den Osten der Niederlande, an die Gegend um Arnheim und Nimwegen. Mit einem urkundlich belegten Namen hat ihn bisher niemand verbunden. Zugeschrieben wird ihm auch ein Doppelbildnis eines Utrechter Ehepaars im Rotterdamer Museum Boijmans Van Beuningen, während zwei Passionsszenen im Rijksmuseum umstritten bleiben. Die Jahrringdatierung setzt den Marientod frühestens 1491 an, wahrscheinlich erst nach 1505, erstaunlich spät für seinen altertümlichen Stil.
