Meister des Schottenaltars

Heiliges Römisches Reich · Spätgotik


Die Geschichte

Um 1470 verlegte ein Wiener Maler die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten auf eine Straße knapp südlich der Stadt, hinter der die gotischen Türme Wiens aufragen. Diese Tafel zählt zu den ältesten erhaltenen Ansichten der Stadt, und ihr Maler ist bis heute nur unter einem Notnamen bekannt.

Man nennt ihn den Meister des Schottenaltars, nach dem großen Flügelaltar, den er für den Hochaltar der Schottenkirche schuf. Sie gehört zu dem Benediktinerkloster, das im 12. Jahrhundert mit irischen Mönchen besiedelt wurde. Weil das Latein die Iren Scoti nannte, heißt es in Wien bis heute Schottenstift. Eine Tafel trägt die Jahreszahl 1469. Der Altar erzählte in 24 Szenen das Marienleben und die Passion Christi, 21 davon sind erhalten. Bei der Heimsuchung begegnen einander Maria und Elisabeth in einer Wiener Gasse, hinter ihnen der Turm des Stephansdoms.

Seine Werkstatt lag in Wien, und seine Malerei zeigt, dass er niederländische Meister wie Rogier van der Weyden und Dieric Bouts studiert hatte, ebenso Maler aus Nürnberg.

Die meisten Tafeln befinden sich noch im Museum des Stifts. Zwei kamen ins Belvedere, eine Beweinung Christi und eine Anbetung der Heiligen Drei Könige, beide auf Eichenholz gemalt. Die Beweinung saß auf dem rechten Außenflügel als achte Szene der Passion, und vor 1938 hing sie in einer Privatkapelle im Wiener Palais Coburg.

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Werke

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