Michail Nesterow

Michail Nesterow

1862–1942 · Russisches Kaiserreich · Russischer Symbolismus


Die Geschichte

Michail Nesterow machte sich 1890 mit einem Knaben und einem Heiligen einen Namen. Seine „Vision des jungen Bartholomäus" zeigt das Hirtenkind, das zu Sergij von Radonesch werden sollte, dem meistgeliebten Mönch des mittelalterlichen Russland, wie es in einer bleichen Birkenlandschaft einem geheimnisvollen Greis begegnet. Das dünne nördliche Licht und die Stille darin trafen einen tiefen Nerv.

Das folgende Vierteljahrhundert malte er ein stilles, frommes altes Russland: Einsiedler, Nonnen, Pilger, hölzerne Kirchen, Frauen in Weiß an ruhigem Wasser. Es war eine Vision der Heiligkeit, angesiedelt auf dem Land statt in der Kathedrale.

Dann fegte die Revolution jene Welt hinweg, und religiöse Malerei wurde gefährlich. Nesterow, schon alt, erfand sich als Porträtist neu, und als ein sehr guter. Er malte den Chirurgen Sergei Judin bei der Arbeit, die Bildhauerin Wera Muchina beim Modellieren und den Physiologen Iwan Pawlow, wie er sich mit geballten Fäusten vorbeugt, lebendig vor Gedanken. Er malte diese sowjetischen Gesichter bis zu seinem Tod 1942 mit 79 Jahren, einer der wenigen seiner Generation, die in der neuen Ordnung einen Platz fanden.

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Werke

1 Werk