Michail Wrubel

Michail Wrubel

1856–1910 · Russisches Kaiserreich · Symbolismus


Die Geschichte

In der letzten Phase seines Lebens kam Michail Wrubel von einer Gestalt nicht los: dem Dämon. Kein Teufel im eigentlichen Sinn, sondern der stolze, einsame Geist aus einem Gedicht von Lermontow, ein Wesen zu mächtig für den Himmel und zu traurig für die Hölle. Wrubel malte ihn wieder und wieder, am bekanntesten sitzend zwischen zackigen Kristallbergen bei Sonnenuntergang, ein muskulöser Körper zusammengekauert in unerträglicher Schwermut.

Wrubel malte in gebrochenen, facettierten Strichen, sodass seine Leinwände fast wie aus farbigem Stein geschnitten wirken, nahe dem Mosaik. Tatsächlich hatte er früh byzantinische Mosaiken studiert und mittelalterliche Fresken in Kiew restauriert, und diese harte, glitzernde Oberfläche verließ ihn nie. Sein letzter Dämon, 1902 gezeigt, ist ein zerschlagenes, niedergeschlagenes Wesen, und als es an der Wand hing, versank der Maler bereits in einer Geisteskrankheit.

Seine letzten Jahre verbrachte er in und aus Kliniken, zeichnete weiter, auch als sein Augenlicht schwand, und erblindete vor dem Ende. Er starb 1910 in Sankt Petersburg, erschöpft und blind, und der symbolistische Dichter Alexander Blok sprach an seinem Grab.

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Werke

5 Werke