Niccolò Livaditti
1804–1858 · Kaisertum Österreich, Fürstentum Moldau
Die Geschichte
Niccolò Livaditti verließ Italien aus politischen Gründen. Geboren wurde er 1804 in Triest, in einer wohlhabenden griechischen Familie, er nahm an den Aufständen der Carbonari teil, den Erhebungen des Geheimbunds gegen die österreichische und die bourbonische Herrschaft in den 1820er Jahren, und als die scheiterten, musste er fort. Kurz vor 1830 erreichte er zusammen mit einer französischen Schauspieltruppe Jassy, damals Hauptstadt des Fürstentums Moldau.
So fing die Arbeit an. Ab 1832 war er Maler und Bühnenbildner am Varieté-Theater der Brüder Foureaux, das in einem Bojarenhaus untergebracht war, und er bemalte dessen Vorhang mit den Musen. Als eine französische Gesellschaft unter Eugène Hette das Theater übernahm und vergrößerte, schuf er einen zweiten Vorhang, fertig bis 1840.
Daneben liefen die Porträts. 26 Jahre lang saßen ihm die Bojarenfamilien der Moldau Modell, der landbesitzende Adel des Landes, und er gab der rumänischen Malerei etwas, das sie vorher nicht hatte, das Gruppenbildnis, das eine ganze Familie auf einer einzigen Leinwand versammelt. Eine Dame bei der Arbeit, 1850 gemalt, stammt aus diesen Jahren und hängt im Nationalen Kunstmuseum Rumäniens in Bukarest.
Gewöhnlich wird er als naiver Maler beschrieben, was heißt, dass er ohne volle akademische Ausbildung ankam. Er bildete seinerseits einheimische Handwerker aus und blieb in Jassy, wo er am 12. Juni 1858 starb.
