
Nihâl Chand
Indien · Rajput-Malerei, Kishangarh-Schule, Indische Miniaturmalerei
Die Geschichte
Eine Frau im Profil, mit langem, geschwungenem Auge, spitzer Nase und einer Locke an der Wange, ist zum Wahrzeichen von Kishangarh geworden, einem kleinen Rajputen-Königreich in Rajasthan. Man kennt sie als Bani Thani, die geschmückte Dame, und das Bildnis, das Nihâl Chand zugeschrieben wird, erschien 1973 auf einer indischen Briefmarke.
Nihâl Chand war der führende Maler am Hof von Kishangarh unter Raja Savant Singh, einem Herrscher, der unter dem Dichternamen Nagari Das fromme Verse an Krishna schrieb. Bani Thani war Sängerin und Dichterin am Hof und wurde die Gefährtin des Raja. Auf Nihâl Chands Bildern erscheinen die beiden oft als Krishna und Radha, das göttliche Liebespaar, in ungewöhnlich großen Miniaturen voller Seen und Pavillons, mit den stilisierten, gelängten Gesichtern, die zum Markenzeichen von Kishangarh wurden.
Über das Leben des Malers selbst ist wenig belegt, selbst seine Lebensdaten sind nur ungefähr bekannt. Vermutlich kam er in den 1720er Jahren nach Kishangarh. Seine besten Werke entstanden in den Jahrzehnten vor 1757, als Savant Singh auf den Thron verzichtete und sich mit Bani Thani nach Vrindavan zurückzog, in die Stadt von Krishnas Kindheit.
