
Otto van Veen
1556–1629 · Habsburgische Niederlande · Manierismus, Renaissance, Flämische Kunst
Die Geschichte
An Otto van Veen erinnert man sich vor allem wegen eines Schülers. Zwischen etwa 1594 und 1598 bildete er in seiner großen Antwerpener Werkstatt einen begabten jungen Mann namens Peter Paul Rubens aus, und das Vorbild, das van Veen abgab, das eines Malers, der zugleich ein ernsthafter Gelehrter war, behielt Rubens sein Leben lang.
Van Veen war ein pictor doctus, ein gelehrter Maler. Er las Latein, verkehrte mühelos unter Humanisten und hatte vor der Niederlassung in Antwerpen Jahre in Italien mit dem Studium der alten Meister verbracht. Er arbeitete für die Erzherzöge Albrecht und Isabella, die habsburgischen Herrscher der südlichen Niederlande, und schuf religiöse und mythologische Szenen, Allegorien und Bildnisse.
Seinen dauerhaftesten Ruhm brachten ihm allerdings Bücher, nicht Altarbilder. Er ersann Emblembücher, Sammlungen allegorischer Bilder mit kurzen moralischen Texten, damals außerordentlich beliebt, und seine Amorum Emblemata und Emblemata Horatiana wurden in ganz Europa gelesen. Er arbeitete bis in die 1620er Jahre und starb 1629 in Brüssel, da bereits ein wohlhabender Mann, der zudem ein Amt an der Münze bekleidet hatte.

