
Paul Gauguin
1848–1903 · Frankreich · Postimpressionismus
Die Geschichte
Bis Mitte dreißig war Paul Gauguin ein Pariser Börsenmakler mit gutem Gehalt, einer dänischen Frau und fünf Kindern. Er sammelte impressionistische Gemälde als Liebhaberei eines wohlhabenden Mannes und probierte sich nebenbei selbst als Maler. Dann brach 1882 die Pariser Börse zusammen, die Firma, für die er arbeitete, zerfiel, und das bequeme Leben ging mit ihr unter. Gauguin fasste die Katastrophe als Erlaubnis auf: Er würde nun ganz der Malerei leben. Seine entsetzte Familie verließ ihn schließlich.
Er zog nach Pont-Aven, ein billiges Künstlerdorf in der Bretagne, und entwickelte dort den Stil, der ihn prägte. 1888 malte er eine Gruppe bretonischer Frauen in weißen Hauben, die nach dem Kirchgang eine Vision haben – Jakobs Ringkampf mit dem Engel, auf einer flächigen Fläche aus reinem Rot. Von realem Raum oder natürlicher Farbe keine Spur; das Bild war aus kräftigen Konturen und flachen Farbblöcken aufgebaut, eher eine Idee als eine Szene. Diese Art, aus Vorstellung und Symbol heraus zu malen, die er Synthetismus nannte, floss unmittelbar in die moderne Kunst ein.
Im selben Herbst überredete Vincent van Gogh ihn, in den Süden nach Arles zu kommen, ein Haus zu teilen und eine Künstlerkolonie zu gründen. Sie hielt neun Wochen. Die beiden Männer malten wie besessen und stritten noch heftiger, und kurz vor Weihnachten 1888 endete der Streit damit, dass van Gogh sich einen Teil seines eigenen Ohrs abschnitt und Gauguin zurück nach Paris floh. Gauguin wollte nun noch weiter weg von Europa und segelte 1891 nach Tahiti, einer französischen Kolonie im Pazifik, auf der Suche nach einem Paradies, das er sich zu einem guten Teil selbst ausgedacht hatte. Er fand ein bereits kolonisiertes, katholisch geprägtes Papeete vor, malte dort trotzdem einige der berühmtesten Bilder seines Lebens und starb 1903 verarmt auf den abgelegeneren Marquesas-Inseln.
Werke
106 Werke
Bildnis der Madeleine BernardPaul Gauguin, 1888
Szene aus dem tahitianischen LebenPaul Gauguin, 1896
Taperaa MahanaPaul Gauguin, 1892
Das blaue DachPaul Gauguin, 1890
Die grübelnde Frau (Te Faaturuma)Paul Gauguin, 1891
Der Flageolettspieler auf der KlippePaul Gauguin, 1889
Der Same der AreoriPaul Gauguin, 1892
Der weiße FlussPaul Gauguin, 1888
Drei Tahitianerinnen vor gelbem HintergrundPaul Gauguin, 1899
Und das Gold ihrer KörperPaul Gauguin, 1901
Bonjour Monsieur GauguinPaul Gauguin, 1889
Badende bretonische JungenPaul Gauguin, 1888
Weihnachtsnacht (Der Segen der Ochsen)Paul Gauguin, 1902
Landschaft mit zwei Ziegen (Tarari Maruru)Paul Gauguin, 1897
Les AlyscampsPaul Gauguin, 1888
Mette schlafend auf einem SofaPaul Gauguin, 1875
Geheimnisvolle QuellePaul Gauguin, 1893
Alter Mann mit StockPaul Gauguin, 1888
Roter HutPaul Gauguin, 1886
Selbstbildnis, seinem Freund Daniel gewidmetPaul Gauguin, 1896
Stillleben mit Obstschale und ZitronenPaul Gauguin, 1890
Te FarePaul Gauguin, 1892
Die Tochter des ChefsPaul Gauguin, 1886
Der SchinkenPaul Gauguin, 1889
Der Verlust der UnschuldPaul Gauguin, 1890