Petrus Christus

Petrus Christus

1410–1475 · Südliche Niederlande · Altniederländische Malerei


Die Geschichte

Als Jan van Eyck 1441 starb, hinterließ der größte Maler Nordeuropas eine Lücke in Brügge, und Petrus Christus trat in sie ein. Er wurde der führende Meister der Stadt, vollendete Arbeiten in van Eycks Manier und studierte dessen Tafeln offenkundig genau, und lange Zeit hielt man manche seiner Bilder für die des Älteren.

Doch Christus tat etwas, das van Eyck nicht getan hatte. Er scheint der erste Maler des Nordens gewesen zu sein, der den Raum um einen einzigen Fluchtpunkt aufbaute, jene geometrische Perspektive, die zur gleichen Zeit in Italien ausgearbeitet wurde, sodass seine Innenräume in einen stimmigen, kastenförmigen Raum zurückweichen. Sein Bild, bekannt als Ein Goldschmied in seinem Laden, datiert 1449, zeigt einen Goldschmied, der an seinem Tresen einen Ring wiegt, während ein gut gekleidetes Paar zusieht, alles von der Waage bis zum konvexen Spiegel mit nüchterner Genauigkeit wiedergegeben. Es steht irgendwo zwischen einem religiösen Bild, einem Porträt und einer Szene alltäglichen Handels und wird oft ein Vorfahr späterer Kaufmanns- und Genremalerei genannt.

Christus trat 1444 der Brügger Malerzunft bei und blieb den Rest seines Lebens in der Stadt. Urkunden zeigen ihn dort in einer religiösen Bruderschaft tätig, und er starb um 1475, sein Werk klein, doch seine Handvoll datierter Arbeiten genug, um ihn als echten Neuerer festzuhalten.

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7 Werke