
Philipp Otto Runge
1777–1810 · Schwedisch-Pommern · Deutsche Romantik
Die Geschichte
Philipp Otto Runge starb mit 33 Jahren an Tuberkulose, seine großartigsten Pläne unvollendet, und doch zählt man ihn mit Caspar David Friedrich zu den Begründern der deutschen romantischen Kunst. Er wollte, dass die Malerei das Gewicht von Religion und Natur zugleich trage, und setzte sich gewaltige symbolische Aufgaben.
Sein Hauptprojekt war eine Reihe von Bildern namens „Die Tageszeiten", Morgen, Tag, Abend, Nacht, ausgearbeitet als kunstvolle Entwürfe voller Pflanzen, Licht und schwebender Kinder, gedacht, wie eine Kapelle zusammenzuhängen und mit Musik und Dichtung betrachtet zu werden. Er vollendete sie hauptsächlich als Drucke und Studien, bevor ihm die Zeit ausging.
Runge war auch ein ernsthafter Theoretiker der Farbe. Er baute eine Farbkugel, die jeden Farbton in drei Dimensionen anordnete, und stand im Briefwechsel mit dem Dichter Goethe, der an seiner eigenen Farbenlehre arbeitete. Er starb 1810 in Hamburg und hinterließ, inmitten der unvollendeten Symbolik, eine Handvoll durchdringend direkter Porträts seiner Familie und kleiner Kinder.
