Piero della Francesca

Piero della Francesca

1415–1492 · Republik Florenz · Frührenaissance


Die Geschichte

Mitte des 15. Jahrhunderts wetteiferten Maler in ganz Italien darum, herauszufinden, wie sich eine flache Tafel wie ein wirklicher, messbarer Raum wirken ließ, aufbauend auf den Regeln, die der Architekt Filippo Brunelleschi eine Generation zuvor in Florenz entwickelt hatte. Piero della Francesca, der aus dem kleinen toskanischen Ort Borgo Sansepolcro heraus arbeitete, trieb das Problem weiter voran als fast jeder andere. Er war zugleich ein praktizierender Mathematiker und legte seine Methode in den 1470er-Jahren in einer Abhandlung namens De Prospectiva Pingendi nieder, in der er geometrische Beweise eigenhändig durcharbeitete, um zu zeigen, wie sich Perspektive korrekt konstruieren ließ.

Diese doppelte Ausbildung zeigt sich in Gemälden wie Die Geißelung Christi und den Fresken, die er für den Hof Federico da Montefeltros schuf, des einäugigen Herzogs von Urbino, wo Architektur, Licht und Figuren in einem einzigen, präzise berechneten Raum zusammenfinden.

Über Pieros späte Jahre ist wenig überliefert. Giorgio Vasari, der Biograf italienischer Künstler des 16. Jahrhunderts, behauptete, er sei vor seinem Tod 1492 erblindet, und lange Zeit danach erinnerte man sich an Piero vor allem als Mathematiker, dessen Ideen andere Maler übernahmen, ohne ihm viel Anerkennung zu zollen. Seine Gemälde wurden erst im 19. und 20. Jahrhundert richtig neu zugeordnet und gefeiert, als Historiker entwirrten, welche Fresken und Tafeln tatsächlich von ihm stammten.

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Werke

19 Werke