Pinturicchio

Pinturicchio

1454–1513 · Kirchenstaat · Renaissance


Die Geschichte

Pinturicchio war der Maler, den der Borgia-Papst an seinen Wänden wollte. Sein Spitzname bedeutet der kleine Maler, ein Seitenhieb auf seine geringe Statur, doch Papst Alexander VI., der für seinen weltlichen Hof berüchtigte Borgia-Papst, übergab ihm einen der reichsten Aufträge Roms: die Ausschmückung der Borgia-Gemächer im Vatikan in den 1490er Jahren. Pinturicchio füllte sie mit Heiligen und Legenden, glitzernd von Blattgold und erhabenem Zierat, eine üppige Oberfläche, würdig eines luxuriösen Papsttums.

In Umbrien in Mittelitalien neben Perugino ausgebildet, hatte er schon an den Wänden der Sixtinischen Kapelle mitgemalt, ehe Michelangelos Decke existierte. Er liebte satte Farbe, Scharen fein gekleideter Figuren und detailreiche Hintergründe, Dekoration um ihrer selbst willen.

Sein anderes Meisterwerk steht in Siena. In der Piccolomini-Bibliothek des Doms, um 1502 bis 1507 gemalt, bedeckte er die Wände mit dem Leben eines Renaissancepapstes in hellen, bilderbuchartigen Szenen unter einer Decke aus Muster und Gold. Er starb 1513 in Siena, und ein alter Bericht behauptet, der kranke Maler sei von nachlässigen Bediensteten dem Hungertod überlassen worden, obwohl die Geschichte mehr Legende als Tatsache sein mag.

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Werke

6 Werke