Polychronis Lembesis

1848–1913 · Königreich Griechenland · Münchner Schule, Realismus


Die Geschichte

1911 machte sich der Schriftsteller Pavlos Nirvanas auf die Suche nach einem Maler, von dem in Athen niemand mehr sprach, und fand Polychronis Lembesis bei der Arbeit an Heiligenbildern für eine Kirche. Drei Jahrzehnte früher war er einer der am besten ausgebildeten Maler Griechenlands gewesen.

Geboren wurde er 1848 auf Salamis, in einer Hirtenfamilie, und das Geld für München kam über den Politiker Dimitrios Vulgaris, der sein Stipendium unterstützte. An der Münchner Akademie studierte er bei Wilhelm von Lindenschmit dem Jüngeren und Ludwig von Löfftz und verkehrte mit Nikolaus Gysis, dem dort schon etablierten griechischen Maler. Er blieb bis 1879. Diesen Weg nahm fast jeder ehrgeizige griechische Maler seiner Generation, weshalb ihre Arbeit noch heute unter dem Namen Münchner Schule zusammengefasst wird.

Ab 1880 lebte er wieder in Athen, nahe dem Theseion, dem antiken Tempel am Rand der Agora, und verdiente sein Geld mit Porträts wohlhabender Familien, darunter das Haus Dragumis, dessen Kindern er das Zeichnen beibrachte. Späteren Kritikern galten seine Landschaften als das Beste, griechisches Licht in dem lockeren Freilichtstrich, der in den letzten 20 Jahren des Jahrhunderts in die griechische Malerei kam. Ab 1883 war ein großer Teil seiner Arbeit kirchliche Aufträge, darunter die Platytera in Agios Georgios Karytsis in Athen, die Gottesmutter mit ausgebreiteten Armen und dem Kind an der Brust. Er hinterließ etwa 100 Gemälde, und als er 1913 mitten in den Balkankriegen starb, wurde seine Beerdigung bezahlt, indem man Bilder aus seinem Atelier für ein paar Drachmen verkaufte.

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Werke

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