
Thomas Gainsborough
1727–1788 · Königreich Großbritannien · Rokoko
Die Geschichte
1768 gründete eine Gruppe englischer Maler die Royal Academy of Arts, und Gainsborough gehörte zu ihren Gründungsmitgliedern – neben einem Rivalen, mit dem er nie recht warm wurde: Joshua Reynolds, dem ersten Präsidenten der Akademie. Reynolds predigte, was er den Grand Style nannte, warme Rottöne, entlehnt den alten römischen und florentinischen Meistern. Gainsborough schlug den entgegengesetzten Weg ein und bevorzugte kühle Blau- und Grüntöne. 1770 trug er diesen Streit direkt in den Ausstellungssaal der Akademie, mit einem lebensgroßen Porträt, das er schlicht Bildnis eines jungen Herrn nannte – heute bekannt als Der blaue Knabe.
Das Bild war keine Auftragsarbeit. Gainsborough malte es auf eine gebrauchte Leinwand, über ein älteres Porträt hinweg, und kleidete sein Modell in ein Kostüm des 17. Jahrhunderts, das er Anthony van Dyck entlehnte, dem flämischen Hofmaler, den er bewunderte. Blaue Seide vor einer stürmisch-braunen Landschaft, im offenen Widerspruch zu Reynolds' warmer Palette. Das Wagnis gelang, und das Gemälde begründete Gainsboroughs Ruf als einer der besten Maler Englands.
Die Arbeit, die ihm sein Brot verdiente, mochte er nie besonders. Geboren in Sudbury, Suffolk, als Sohn eines Webers, ließ sich Gainsborough in London ausbilden und eröffnete danach eine Werkstatt in der mondänen Kurstadt Bath, wo er die Porträts der Wohlhabenden malte, die dort durchreisten. In einem Brief an einen Freund klagte er, er habe die Porträtmalerei satt und wünsche sich, mit seiner Gambe, einem Streichinstrument, in ein stilles Dorf zu ziehen und stattdessen Landschaften zu malen. Er malte die englische Landschaft weiter, sooft ein Auftrag es zuließ, bis zu seinem Tod in London im Jahr 1788.
Werke
55 Werke
Mrs. Grace Dalrymple Elliott (1754?–1823)Thomas Gainsborough, 1778
MusidoraThomas Gainsborough, 1784
Robert, Lord Clive (1725-1774), in der Uniform eines GeneraloffiziersThomas Gainsborough, 1764
Sir Edward Turner, 2nd Bt of Ambrosden, Oxford (1719-1766)Thomas Gainsborough, 1762
Thomas PennantThomas Gainsborough, 1776