
Lesender Mann an einem Tisch in einem hohen Raum
Details
Die Geschichte
Das Licht aus dem hohen Fenster, dick in Weiß aufgetragen, mit grauen Tupfern für die Spiegelungen im Glas, nimmt fast die ganze Tafel ein. Der Mann über seinem Buch verschwindet beinahe im Schatten, hinter ihm im Dunkel Regale mit Büchern und Globen. 1917, mitten im Ersten Weltkrieg, kaufte die National Gallery das Bild als bedeutenden frühen Rembrandt mit dem Titel „Ein Philosoph“. Genaue Untersuchungen ergaben später eine Pinselführung, die nicht zu ihm passt, in die Farbe geritzte Linien und eine ungewöhnliche Verbindung der Bretter. Die schwache Signatur gilt heute allgemein als spätere Fälschung. Das Museum führt die Tafel als Werk eines Nachfolgers, der Rembrandts Werkstatt und Methoden kannte, und datiert sie um 1628 bis 1630, in die Jahre, als der junge Maler noch in seiner Heimatstadt Leiden arbeitete.
