
Giorgio Vasari · CC0
Allegorie der Gerechtigkeit und der Wahrheit
Details
Die Geschichte
1543 war Giorgio Vasari ein vielbeschäftigter, bestens vernetzter Maler in Rom, der rasch für mächtige Auftraggeber arbeitete, auch wenn sein Name durch ein Buch überlebt, das er damals noch nicht geschrieben hatte: die Lebensbeschreibungen der Künstler, bis heute eine Hauptquelle für das, was wir über die Renaissance wissen. Diese Tafel stammt aus jenen römischen Jahren. Kardinal Alessandro Farnese gab sie im Januar für einen Raum seines Palastes in Auftrag, und Vasari, der nie langsam arbeitete, lieferte sie noch im selben Jahr. Das Thema erfand er nicht selbst: Der Gelehrte Paolo Giovio reichte ihm eine dichte Allegorie, geschöpft aus antiken Autoren. Die Gerechtigkeit setzt in der Mitte der Wahrheit einen Lorbeerkranz aufs Haupt, während kleine geflügelte Knaben Waffen die Stufen hinabtragen, um sie zu verteidigen. Der Strauß unter ihrem Arm war damals ein bekanntes Sinnbild der Geduld, jener Tugend, die ein Richter bewahren sollte.


