
Gässchen in Malcesine
Details
Die Geschichte
Zwischen zwei langen Steinmauern führt ein abschüssiges Gässchen auf die Dächer und den Glockenturm von Malcesine zu. Die eine Mauer liegt im Schatten, die andere in voller Sonne. Hohe Pinien und dunkle Zypressen säumen den Weg. Weit vorn sind ein Esel und zwei Gestalten unterwegs zu den Häusern. Links, jenseits des Wassers, verschwimmen die steilen Felswände des anderen Ufers violett im Dunst. Tarnóczy malte das Bild irgendwann zwischen 1900 und 1905. Damals war Malcesine der nördlichste italienische Ort am Ostufer des Gardasees. Gleich dahinter begann Österreich, das obere Ende des Sees mit Riva und Torbole gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zur Habsburgermonarchie. Für eine Wiener Malerin lag hier also das erste Stück Italien.