
Alter Mann im Lehnstuhl
Details
Die Geschichte
Im Holland des 17. Jahrhunderts bewies eine Signatur noch nicht, wer ein Bild gemalt hatte. Lehrlinge arbeiteten in der Manier ihres Meisters und durften während der Ausbildung nicht signieren, also setzte der Meister manchmal den eigenen Namen auf ihre gelungensten Stücke. Diese Leinwand trägt offenbar Rembrandts Signatur und die Jahreszahl 1652, und die National Gallery führt sie als „wahrscheinlich von Rembrandt“. Das Bild ist eine Typenstudie. Ein alter Mann ist seitlich in einen hölzernen Lehnstuhl gesunken und stützt die Hand an die Schläfe. Genau ausgeführt sind nur Kopf, Hände und Pelzkragen, ein Ärmel besteht aus etwa einem halben Dutzend breiter Striche. Manche Forscher sahen in dieser Rauheit das Ungeschick eines Schülers. Die Galerie neigt heute dazu, darin den Maler selbst zu erkennen, der früh die freie Malweise seiner letzten Jahre erprobt. 1957 kam das Gemälde aus dem Besitz der Herzöge von Devonshire an den Staat, zur Begleichung von Erbschaftssteuer.



