
Apulische rotfigurige Lutrophoros mit Szenen am Grabnaiskos
Details
Die Geschichte
In Athen war die Lutrophoros das hohe Gefäß, in dem man das Wasser für das rituelle Brautbad holte, und dieselbe Form stellte man auf die Gräber von Menschen, die unverheiratet gestorben waren. In den griechischen Werkstätten Süditaliens wurde sie größer und diente ganz den Toten. Diese hier entstand in Apulien, irgendwann um 340 bis 330 v. Chr., und ist ohne Deckel 82 Zentimeter hoch.
Auf der Vorderseite steht eine Frau mit einem Spiegel in einem Naiskos, einem kleinen Schrein mit ionischen Säulen, wie man sie über Gräbern errichtete. Sehr wahrscheinlich ist sie die Verstorbene selbst. Dienerinnen nähern sich mit Fächern und Kästchen, ein junger Mann erscheint mit Kranz und Stab, und darunter halten drei sitzende Frauen kleine Ölfläschchen und andere Gaben. Die Rückseite wiederholt den Gedanken mit einem weiteren Schrein, Frauen und einem Jüngling, und auf den Schultern blicken Frauenköpfe aus geschwungenen Ranken. Ein Großteil der weißen Deckfarbe ist abgerieben, und die Vase wurde zusammengeklebt und an fehlenden Stellen ergänzt.
Den Deckel schreibt der Louvre einer anderen Hand zu, einem namenlosen Maler, der als Maler von Wien 113 bekannt ist. Das Museum kaufte die Vase 1876 aus der Sammlung von Eugène Piot, einem Pariser Kritiker und Sammler.