
Attisch-spätgeometrische Amphora mit Wagenprozession
Details
Die Geschichte
Diese Amphora entstand im letzten Viertel des 8. Jahrhunderts v. Chr. in Athen, in jenen Jahrzehnten, in denen nach Ansicht vieler Forscher die Ilias ihre Gestalt annahm. Im Epos richtet Achilles für seinen toten Freund Patroklos Leichenspiele aus, und der erste Wettkampf ist ein Wagenrennen. Athenische Maler jener Zeit setzten Gespanne auf ein Gefäß nach dem anderen, und die Archäologie streitet bis heute darüber, wofür sie stehen: für Rennen zu Ehren des Toten, für den Rang einer Familie oder für die Helden einer epischen Vorzeit.
Hier fahren sechs Wagen hintereinander um den Gefäßkörper. Jeder Lenker trägt einen Helm mit Busch und hält Peitsche und Zügel, darunter stehen Vögel in den Zwischenräumen. Der Hals bleibt beim reinen geometrischen Muster, fünf Streifen mit gepunkteten Rauten, schraffierten Mäandern und Zickzacklinien, und auf Rand, Henkeln und Schulter liegen aus Ton modellierte Schlangen.
Der Louvre kaufte die Vase 1921. Sie ist vollständig erhalten, mit einigen Abplatzungen und stellenweise abblätternder brauner Farbe.