Augustus und die Sibylle

Augustus und die Sibylle


Details

Jahr
1520
Technik
Mischtechnik auf Holz
Gattung
Gemälde
Maße
158 × 152 cm

Die Geschichte

Eine mittelalterliche Legende, die auch die Legenda aurea erzählt, das vielgelesene Heiligenbuch des 13. Jahrhunderts, berichtet, der römische Senat habe Kaiser Augustus als Gott verehren wollen. Augustus befragte die Tiburtinische Sibylle, eine Seherin, ob je ein Größerer geboren werde. Am Tag der Geburt Christi zeigte sie ihm am Himmel eine junge Frau mit einem Kind über einem Altar, und eine Stimme nannte ihn den Altar des Gottessohnes. Wo Augustus daraufhin selbst einen Altar errichtete, soll heute die Kirche Santa Maria in Aracoeli auf dem Kapitol in Rom stehen.

Falconetto malte die Szene um 1520 für das Kloster Santissima Trinità in Verona, und sie gehört zu seinen seltenen Tafelbildern. Das Museum sieht darin eine Kultur, die noch an gotischen Gewohnheiten hängt, nahe beim Spätwerk des Veroneser Malers Liberale, zugleich aber das Interesse an Archäologie und Theater, das Falconettos ganzes Schaffen durchzieht. Die Figuren stehen wie auf einer Bühne, hinter ihnen antike Bauten. 1511 hatte Fra Giocondo, ein Veroneser Mönch und Architekt, in Venedig die erste illustrierte Ausgabe des Vitruv herausgebracht, des römischen Architekturschriftstellers, und die Künstler versuchten sich vorzustellen, wie eine antike Bühne ausgesehen hatte. 1940 sprach der Kunsthistoriker Roberto Longhi die Tafel Falconetto ab, das Museum führt sie weiterhin unter seinem Namen.

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