
Aurora-Krater (Eos und Kephalos)
Details
Die Geschichte
Im griechischen Mythos fährt Eos, die Morgenröte, jeden Morgen mit ihrem Wagen herauf, und sie raubt mit Vorliebe schöne junge Sterbliche. Auf der Hauptseite dieses großen Mischgefäßes für Wein lenkt sie ein Viergespann, neben sich einen Jüngling, den sie entführt hat. Eine geflügelte Frauengestalt führt die Pferde, und das Museum nennt sie auf dem Schild eine Lasa, einen der geflügelten Geister der etruskischen Religion. Über ihnen fliegen Gänse, darunter schwimmen ein Seeungeheuer und ein Delfin. Das Schild deutet den Jüngling als Kephalos, einen Jäger, in den sich Eos verliebte. Die Forschung hat auch Tithonos oder Orion vorgeschlagen, zwei weitere Sterbliche, die sie zu sich holte.
Auf der Rückseite ist es umgekehrt, hier packt ein Sterblicher eine Göttin. Der Held Peleus ringt mit der Meeresnymphe Thetis, die unter seinem Griff immer wieder ihre Gestalt wechselte, und zwei ihrer Gefährtinnen laufen davon. Ihr gemeinsamer Sohn wird Achill sein. Am Hals fallen Greifen auf der einen Seite einen Stier, auf der anderen einen Hirsch an. Bemalt wurde der Krater im zweiten Viertel des 4. Jahrhunderts v. Chr. in Falerii, beigesetzt in Grab 4 der dortigen Colonnette-Nekropole.
