
Kazimir Malevich · PD
Schwarzes Quadrat (1915)
Details
Die Geschichte
Im Dezember 1915 hängte Malewitsch in Petrograd auf der Ausstellung mit dem Titel 0,10 ein schwarzes Viereck auf weißem Grund hoch in die Ecke des Raumes, quer über die Zimmerkante. In russischen Bauernhäusern war das die Ecke, in der die Ikone hing, der Ehrenplatz. Malewitsch bot sein Quadrat als eine Art Ikone für eine neue, gegenstandslose Kunst an, die er Suprematismus nannte, die Herrschaft der reinen Empfindung ohne Dinge. Draußen tobte der Erste Weltkrieg, und das Zarenreich stand kurz vor dem Zusammenbruch. Das schwarze Quadrat ist gar nicht exakt quadratisch, seine Seiten sind leicht schief, und über die Jahre ist die schwarze Farbe zu einem feinen Netz aus Rissen aufgesprungen, durch das hellere Schichten darunter durchscheinen. Bei einer Untersuchung fand man unter der schwarzen Fläche Spuren früherer, farbiger Kompositionen und sogar eine mit Bleistift hingeworfene Notiz. Malewitsch schuf mehrere Fassungen des Motivs, und als er 1935 starb, stand eine davon über seinem aufgebahrten Körper.




