
Georgia O'Keeffe · PD
Blaue und grüne Musik
Details
Die Geschichte
Um 1919 lebte Georgia O'Keeffe in New York an der Seite des Fotografen Alfred Stieglitz und dachte angestrengt über eine Frage nach: ob Malerei leisten kann, was Musik leistet. Sie hatte den russischen Maler Wassily Kandinsky gelesen, der forderte, ein Bild solle nach dem reinen Empfinden des Klangs greifen, ohne Geschichte und ohne benennbaren Gegenstand. Diese Leinwand, bis 1921 weitergeführt, ist ihre Antwort. Harte und weiche Ränder drängen gegeneinander, ein Blau, das dunkelt und wieder aufhellt, ein Grün, von Weiß durchzogen, Formen, die eine Landschaft sein könnten oder nichts Benennbares. Sie bebilderte keine Melodie. Sie wollte, dass das Auge einen Rhythmus so spürt, wie ihn das Ohr hört. Das Bild behielt sie jahrzehntelang, ehe sie es dem Art Institute of Chicago übergab.