
Georg Friedrich Kersting · PD
Caspar David Friedrich in seinem Atelier
Details
Die Geschichte
Kersting malte seinen Freund Caspar David Friedrich um 1812 in dessen Dresdner Atelier, und das Erste, was auffällt, ist die Leere des Raums. Keine Skizzen an den Wänden, keine Gipse, kein Gegenstand zum Abzeichnen: nur helle Wände, ein Holzboden, ein hängendes Winkelmaß und ein großes Fenster, dessen untere Läden geschlossen sind, um das Licht zu lenken. Diese Kargheit war gewollt. Friedrich, einer der großen Landschaftsmaler der deutschen Romantik, malte nicht, was vor ihm lag, sondern Landschaften, die er in seinem Inneren sah, aus Erinnerung und Vorstellung, und nichts durfte ihn ablenken. Er sagte, der Maler solle das leibliche Auge schließen, um das Bild zuerst mit dem geistigen Auge zu sehen. Da steht er vor der Staffelei, die Palette in der Hand, den Blick auf eine Leinwand gerichtet, die wir nicht zu sehen bekommen.