
Didier Descouens · PD
Christus und die Ehebrecherin
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Die Geschichte
Es ist der Moment aus dem Johannesevangelium, in dem Schriftgelehrte und Pharisäer eine beim Ehebruch ertappte Frau vor Jesus zerren und wissen wollen, ob sie nach dem Gesetz des Mose gesteinigt werden soll. Es ist eine Falle. Stimmt er zu, stellt er sich gegen Rom, das allein eine Hinrichtung anordnen durfte; weigert er sich, bricht er das Gesetz. Tintoretto inszeniert das als dichtes, drängendes Gegenüber: auf der einen Seite die Ankläger, in der Mitte die wartende Frau. Jesus hat sich gebückt und schreibt mit dem Finger auf den Boden, jene Geste, die das Evangelium schildert, aber nie erklärt. Als er sich aufrichtet, fällt der bis heute bekannte Satz, dass der Sündlose den ersten Stein werfen solle. Das Bild ist ein Frühwerk um 1550, und die Accademia führt es als Tintoretto zugeschrieben, nicht als gesichert.




