
Christus und die Samariterin
Details
Die Geschichte
Im Johannesevangelium setzt sich Jesus, müde vom Weg, um die Mittagszeit an den Jakobsbrunnen in Samarien und bittet eine Frau, die Wasser holen will, ihm zu trinken zu geben. Sie ist verblüfft, denn Juden und Samariter verkehrten nicht miteinander, und das Gespräch, das folgt, kreist um das lebendige Wasser. Bourdon malte die Szene in den 1660er Jahren in Paris für den Abbé de Saint-Georges, vermutlich Claude de Saint-Georges, einen Geistlichen, der seine Laufbahn als Erzbischof von Lyon beenden sollte. Das Bild entstand als Teil eines Paares. Das Gegenstück, ebenfalls in Boston, zeigt Rebekka und Elieser, die alttestamentliche Begegnung an einem Brunnen, bei der Abrahams Knecht eine Frau für Isaak findet. Bourdon verklammerte beide Bilder. Jedes ist um einen Brunnen gebaut, mit einem langen Fries von Figuren im Vordergrund, und hängen sie nebeneinander, wird das Paar an beiden Außenrändern von je einer Frau abgeschlossen, die einen Wasserkrug auf dem Kopf trägt. Die Hauptfiguren heben sich durch die Gesten der Umstehenden ab und, ungewöhnlich genug, durch die gedämpften Farben ihrer Kleider zwischen den leuchtenden Gewändern aller anderen. Ein Jahrhundert später gehörte dieses Bild Louis-François de Bourbon, Prinz von Conti, und nach seinem Tod wurde es 1777 versteigert.


