
Hans Memling · PD
Christus segnend
Details
Die Geschichte
Dieser Christus sieht einen an wie jemand, der für ein Porträt sitzt, und genau das war beabsichtigt. Zu Memlings Zeit kursierten Texte, die angeblich festhielten, wie Jesus wirklich ausgesehen hatte. Der bekannteste ist ein Brief, der einem römischen Beamten namens Lentulus zugeschrieben wurde. Er spricht von langem, in der Mitte gescheiteltem Haar und einem vollen, am Kinn geteilten Bart. Das Museum in Boston führt die porträthafte Auffassung dieser Tafel auf eine solche Beschreibung zurück. Drei Jahre zuvor hatte Memling denselben Christus im Halbbild schon einmal gemalt, diese Tafel ist heute in Pasadena. Hier ist er schmaler, die Wangen sind eingefallener. Die linke Hand liegt auf der unteren Rahmenleiste, als lehne er sich wie über eine Fensterbank zu uns heraus. Der Rahmen ist noch der ursprüngliche, für ein Bild dieses Alters eine Seltenheit, und oben trägt er in gemalten Goldziffern die Jahreszahl 1481. Der dunkle Hintergrund war nach Ansicht der Forschung einmal blaugrün.




