
Christus mit der Dornenkrone
Details
Die Geschichte
Lange kannte man dieses Bild nur aus alten venezianischen Reiseführern. Es und sein Gegenstück, eine Geißelung Christi, hingen einst über den beiden Türen im Inneren der Terese, der Kirche der unbeschuhten Karmelitinnen in Venedig. 1817, nachdem Napoleons Verwaltung das Kloster aufgehoben hatte, nahm man beide Lünetten heraus und brachte sie in ein Zwischendepot in der Kirche San Lorenzo, wo sie weit über ein Jahrhundert lagen. Von dort gelangten sie in die Magazine des Dogenpalasts, und irgendwann ging dabei der Name des Malers schlicht verloren. Erst als das Paar wieder auftauchte und gereinigt wurde, erkannten Fachleute erneut die Hand Langettis. Die Szene selbst ist dicht gedrängt und grausam. Ein Soldat kniet und reicht Christus spöttisch ein Rohr als Zepter, ein anderer drückt ihm den Dornenkranz auf den Kopf, und eine Gestalt mit Turban am Rand steht für den Hohepriester. Die beiden Leinwände kamen 2002 an die Accademia.


