
Paolo Veneziano · PD
Polyptychon der Marienkrönung
Details
Die Geschichte
Um 1350 blickte Venedig in zwei Richtungen zugleich: nach Byzanz, mit dem es Handel trieb, und auf die gotische Kunst, die vom Festland heraufkam. Paolo Veneziano, den man oft den Vater der venezianischen Malerei nennt, arbeitet genau an dieser Wegkreuzung. Dieses Polyptychon stammt aus dem Klarissenkloster Santa Chiara in Venedig selbst. In der Mitte die Krönung Mariens: ein großer Thron unter einem sternübersäten Himmel, üppige Seiden und ein Chor musizierender Engel, das Ganze gefasst in einen geschnitzten, vergoldeten Holzrahmen. Das Gold und die strengen, ikonenhaften Gesichter kommen aus byzantinischer Tradition, die Weichheit und die Bewegung aus der Gotik, die eben erst einzusickern begann. Die Tafel kehrte im Oktober 2024 nach vier Jahren Restaurierung in die Gallerie dell'Accademia zurück.