
Kreuzigung mit Maria und Johannes
Details
Die Geschichte
Christus hängt hier an einem grob behauenen Baumstamm, und das Museum führt diese Kreuzform auf deutsche Tradition zurück. Das passt zu Verona in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Die Scaliger regierten die Stadt als Reichsvikare des Kaisers, und man blickte über die Alpen nach Norden ebenso wie nach Süden. Christus schreit, mit aufgerissenem Mund und verzerrten Augen, ein Ausdruck, der nach den Worten des Museums in der italienischen Kunst alle Grenzen sprengt. Arme, Rippen und Gewandfalten stoßen in scharfen Winkeln und Graten aneinander wie ein Körper im Krampf.
Die Figuren stammen aus der Kirche Santi Giacomo e Lazzaro alla Tomba, die zum alten Lazarett gehörte, dem Spital für Pestkranke und Unheilbare. Maria und Johannes waren einst Christus zugewandt, wie eine Inschrift am Sockel der Madonna verrät, und die Gruppe umfasste mehr Figuren als die drei erhaltenen. Alles war bemalt. Geblieben ist nur die Grundierung, die unter der Farbe lag.


