
After Hieronymus Bosch · PD
Der Steinschnitt
Details
Die Geschichte
Das Bild gehört dem Rijksmuseum in Amsterdam, das es im Oktober 1893 für 530 Gulden erwarb. Seit 2003 hängt es als Dauerleihgabe in 's-Hertogenbosch, also in der Stadt, in der Jheronimus Bosch gearbeitet hat. Von Bosch stammt es nicht. Die dendrochronologische Untersuchung der Eichentafel ergab, dass das Holz frühestens um 1552 zur Verfügung stand, und da war Bosch seit 36 Jahren tot. Max Friedländer schlug den Antwerpener Maler Marcellus Coffermans vor, mehr als ein Vorschlag ist daraus nie geworden.
Das Motiv stammt aus der spätmittelalterlichen Literatur. Ein Quacksalber redet dem Einfaltspinsel Lubbert Das ein, man könne ihm die Dummheit als Stein aus dem Kopf schneiden. Boschs eigene Fassung im Prado steckt voller Allegorie, ein Trichter als Hut, ein Buch auf dem Kopf der Nonne, eine Blume, die aus der Wunde wächst. Hier fehlt das alles. Der Maler hat stattdessen Zeugen hinzugefügt, eine erschrockene Frau, einen zweiten Operateur, der zwei Männern einen Stein vorzeigt und erklärt, und einen Gehilfen, der einem früheren Patienten den Kopf verbindet.




