
Dante und zehn Episoden aus der Göttlichen Komödie
Details
Die Geschichte
Im Juli 1840 ließen drei in Florenz lebende Ausländer in der Kapelle des Bargello die Tünche von einer Wand nehmen, und darunter kam ein Kopf hervor, in dem alle Dante erkannten, gemalt eine Generation nach seinem Tod. Der Fund ging durch ganz Europa. Zwei Jahre später arbeitete Vogel von Vogelstein, sächsischer Hofmaler, in Rom an diesem Werk, und der Museumseintrag hält fest, dass am Anfang eine Studie nach jenem wiederentdeckten Porträt stand. Was er darum herum baute, ist kein gewöhnliches Gemälde. Es ist Öl auf Papier, eingelassen in eine vergoldete hölzerne Architektur nach Art einer gotischen Fassade, dem Dom von Orvieto nachgebildet, mit Dante thronend in der Mitte, Papst und Kaiser in den seitlichen Nischen und zehn Szenen der Commedia ringsum. Gedacht war das Ganze als Teil einer Folge von drei Werken, die anderen nach Vergils Aeneis und Goethes Faust. Der Großherzog der Toskana kaufte es, als es 1844 in Florenz gezeigt wurde. Danach wanderte es durch die Accademia, die Crusca und zuletzt die Büros der Bauingenieure und kam erst 1971 in die Galleria d'arte moderna im zweiten Obergeschoss des Palazzo Pitti.