
Der Tod auf dem Ball
Details
Die Geschichte
1859 blieben die Besucher des Pariser Salons vor einer kleinen Skulptur von Ernest Christophe stehen: ein Skelett, kokett posierend in einer weiten Krinoline. Der Dichter Charles Baudelaire bewunderte sie und verarbeitete sie in einem Gedicht, in dem der Tod sich unter die Tanzenden mischt. Felicien Rops, ein belgischer Kunstler, der nach seiner Begegnung mit Baudelaire 1864 in Brussel stark von ihm gepragt wurde, ubertrug diesen Gedanken auf die Leinwand.
Hier ist der Tod auf dem Ball erschienen. Ein Skelett steht fast lebensgross in einer Abendrobe, der dunkle Rock uber dem Reifrock der damaligen Mode gebauscht. Die Haltung wirkt nicht monstros. Die Gestalt halt sich mit der Fassung eines Gastes, der darauf wartet, zum Tanz gefuhrt zu werden.
Ein Grossteil von Rops' Werk lebt von dieser Begegnung des Eleganten mit dem Todesnahen, des Salons mit dem Grab. Die glockenformige Krinoline war gerade in jenen Jahren in Mode, weshalb das Kleid so genau seiner Zeit entspricht.