
Sailko · CC-BY-3.0
Hirschjagd
Details
Die Geschichte
Eine Leinwand von 220 mal 420 Zentimetern wird nicht für ein Wohnzimmer gemalt. Solche Jagdstücke gingen aus Antwerpen an Höfe und Landsitze, wo sie eine ganze Saalwand füllten, oft als Folge mit Bär, Eber und Hirsch. Frans Snyders belieferte damit unter anderem den spanischen Hof und Adelshäuser in halb Europa, zu einer Zeit, als Antwerpens Handel nach dem Ende des Waffenstillstands mit den nördlichen Provinzen zurückging und die Malerei zum Exportgeschäft der Stadt wurde.
Gemalt hat Snyders die Tiere und die Jagd. Die Landschaft stammt von Jan Wildens, einem Antwerpener Spezialisten für Bäume und Fernsichten, mit dem er regelmäßig zusammenarbeitete. Unten rechts steht trotzdem nur eine Signatur, F. Snyders fecit. Diese Arbeitsteilung war in Antwerpen üblich, Rubens' Werkstatt funktionierte nach demselben Prinzip, und Snyders malte auch dort die Tiere in fremden Bildern. Nach Brüssel kam die Leinwand 1892, aus der Sammlung des Brüsseler Sammlers Charles-Léon Cardon.




