
Disput über die Unbefleckte Empfängnis
Details
Die Geschichte
Die Lehre, die dieses Altarbild feiert, war 1566, als Carlo Portelli es signierte und datierte, noch kein Dogma der Kirche. Dass Maria ohne Erbsünde empfangen wurde, verfochten die Franziskaner und der spanische Hof, das Konzil von Trient hatte die Frage 20 Jahre zuvor offengelassen. Bestimmt war die Tafel für den Altar der Unbefleckten Empfängnis in Ognissanti, einer Franziskanerkirche in Florenz, gestiftet von Orlando Tapia, einem Spanier aus dem Gefolge der Herzogin Eleonora von Toledo. Entsprechend führt das Bild einen Beweis. Maria steht auf dem Baum der Erkenntnis und tritt auf die Schlange, Gottvater weist sie auf das Lamm hin, und die Inschriften ringsum zitieren Bibel und Sibyllen auf Griechisch, Hebräisch und Latein. Unten zeigt Eva, nackt und von hinten gesehen, auf Adam, der den Kopf in die Hand stützt, sein Arbeitsgerät neben sich. An ihrer Nacktheit nahm man Anstoß, und 1671 wurde die Tafel vom Altar entfernt.