
Epitaphios
Details
Die Geschichte
Dieses Bild des toten Christus ist vollständig aus Gold- und Seidenfäden gestickt. Ein solches Tuch nennt man Epitaphios. In der orthodoxen Liturgie hängt es nicht an der Wand. Am Karfreitag wird es in einer Prozession getragen und danach flach ausgelegt, damit die Gläubigen sich davor verneigen und es küssen können. Es steht zugleich für das Leichentuch, in das der Leib gewickelt wurde, und für das Grab selbst. Die hier angegebene Jahreszahl 1380 fällt in die letzten Jahre des mittelalterlichen bulgarischen Reiches, nur wenige Jahre bevor osmanische Heere Sofia und dann die Hauptstadt Tarnowo einnahmen. Eine so feine Stickerei in Metallfaden erforderte viele Monate geduldiger Handarbeit, und das Gold wurde so gewählt, dass es das Kerzenlicht auffing, wenn das Tuch langsam durch die Kirche getragen wurde.




