
Erminia bei den Hirten
Details
Die Geschichte
Die Szene stammt aus dem siebten Gesang von Torquato Tassos Befreitem Jerusalem, dem Epos vom Ersten Kreuzzug, das zu Domenichinos Zeit schon als moderner Klassiker galt. Erminia, eine sarazenische Prinzessin, die heimlich den christlichen Ritter Tankred liebt, ist in geliehener Rüstung aus dem Krieg geflohen und irrt umher, bis sie Hirtenflöten hört. Ein alter Mann flicht mit drei Jungen Körbe, und die Kinder erschrecken vor der bewaffneten Fremden. Der Alte beruhigt sie und erzählt, warum er so lebt. In jungen Jahren war er Gärtner im königlichen Garten von Memphis, dann ließ er den Hof mit seinem Neid hinter sich. Erminia bleibt und lebt eine Zeit lang selbst als Hirtin.
Domenichino malte das Bild um 1622 bis 1625 und gönnte der Begegnung nur eine Ecke des weiten Tals, rechts unten das Mädchen mit dem Helm und die aufgeschreckte Familie, links die Herde. 1695 gehörte es Ludwig XIV. und hing im Vorzimmer seiner Wohnung im Trianon, dem kleineren Schloss, das er sich im Park von Versailles als Rückzugsort vom Hof gebaut hatte.




