
Anthony van Dyck · PD
Familienporträt
Details
Die Geschichte
Wer hier sitzt, weiß niemand. Die Eremitage schlägt die Familie des Landschaftsmalers Jan Wildens vor und stellt ein „möglicherweise“ davor. Eine Benennung hat sich nie durchgesetzt.
Gemalt wurde das Bild 1621 in Antwerpen. Im April desselben Jahres lief der Zwölfjährige Waffenstillstand mit den nördlichen Niederlanden aus, der Krieg ging weiter, die Schelde blieb gesperrt, und Antwerpens Kaufleute handelten weiter über fremde Häfen. Das Paar ist teuer gekleidet und ohne jede Beschönigung wiedergegeben, wie es die ältere flämische Bildnistradition verlangte.
Das Kind auf dem Schoß der Mutter trägt eine Kette aus roter Koralle. Kleinkindern legte man sie als Schutz gegen Krankheit um. Die gestärkte Krause der Frau steht steif ab, der Spitzenkragen des Mannes fällt weich, und van Dyck hat beides so genau genommen wie die Gesichter.
Vor 1774 kam das Bild nach Russland, unter den Gemälden, die Katharina II. für die Eremitage zusammenkaufen ließ, und dort ist es geblieben.




