
Adriaen van de Venne · PD
Der Seelenfischfang
Details
Die Geschichte
1609, nach mehr als vierzig Jahren Krieg, schlossen die protestantische niederländische Republik und das katholische Spanien einen Waffenstillstand auf zwölf Jahre. Van de Venne malte diese Szene 1614, mitten in der Atempause, und machte daraus eine Allegorie auf die religiöse Rivalität der Zeit. Ein Fluss trennt die beiden Ufer. Links stehen die protestantischen Prediger und die Führer der Republik. Rechts die katholischen Herrscher des Südens. Beide Seiten strecken die Hände ins Wasser, um Seelen zu fischen, nach dem Wort des Evangeliums, in dem Jesus verspricht, aus seinen Jüngern Menschenfischer zu machen. Van de Venne verbirgt seine Parteinahme nicht. Über dem protestantischen Lager ist der Himmel klar und die Bäume grünen, während die katholische Seite im Schatten bleibt. Sich selbst stellte er als den Mann im roten Mantel dar, der neben dem linken Boot aus dem Wasser auftaucht.